Vom Fischen bei Nacht

Mit dem ersten Wimpernschlag am Morgen traue ich meinen Augen kaum. Da sind sie. Die Seeandler. Ein Pärchen. Kaum zu glauben. Was ich am Vorabend für eine Angeberei hielt, geht am Morgen danach in Erfüllung.


Ein Abend im August. Wir fahren mit dem Boot raus auf die Oder und suchen nach einem Platz für die Nacht. Nachtangeln lockt mich eigentlich nicht. Im Freien zu schlafen und am Morgen mit Blick übers Wasser wach zu werden hingegen schon. Und besonders das Versprechen unseres Begleiters. „Morgen, wenn Du wach wirst werden sie da sein, die Seeadler. „

Während die Männer sich vergeblich die Nacht in der Hoffnung auf den großen Fang um die Ohren schlagen, genieße ich die Nacht in meinem Campingstuhl. Wobei die Mücken um mich herum wohl mehr genießen als ich. Und so schlafe ich erst am frühen Morgen als es längst wieder beginnt hell zu werden so richtig fest ein. Als ich plötzlich mit den Worten „Aufstehen, sie sind da“ geweckt werde.

 

Kaum zu glauben aber da segeln sie direkt vor meinen Augen durch die Luft. Ziehen ihre Kreise über der Waldkante als plötzlich noch ein weiteres Paar aus der Ferne dazukommt. Wie oft habe ich damals während meines Studienpraktikums im Nationalpark nach ihnen Ausschau gehalten und nie Glück gehabt. Und jetzt erfüllt sich der Traum gleich doppelt. Über mir im Segelflug 4 Seeadler!

 

 

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Vom Fischen mit der Fliege auf Rügen

Mein letzter Besuch auf der Insel Rügen lag viele Jahre zurück. Die Erinnerungen waren verblasst. Am letzten Wochenende wurden sie aufgefrischt. Viel mehr als das: Neu geschrieben. Knapp 3 Tage haben wir auf Deutschlands größer Insel verbracht um mit der Fliege auf Meerforelle zu fischen. Dabei sind wir durch Orte gefahren, die oft nur 3 Häuser und 4 Spitzbuben zählen und an Stränden gelandet, die einsamer kaum sein können.

Willkommen auf Rügen!


Eingemietet haben wir uns in einem kleinen denkmalgeschützen Reetdachhaus in Rappin. Direkt neben der Kirche steht das winzige Häuschen in zweiter Reihe und bietet zwei urgemütliche Wohnungen, in die ich sofort einziehen würde.

Nachdem wir unsere Utensilien verstaut haben machen wir uns direkt auf den Weg an die Küste bei Bisdamitz. Über einen Feldweg fahren wir bis zu zwei Häusern an einer Waldkante hinter der sich das Meer verbirgt. Auf einem kleinen Pfad durch einen Buchenwald gehts bis an den Steinstrand. Hier liegen neben unzähligen kleinen Steinen auch ordentliche Findlinge im Wasser.

Am nächsten Morgen stehen wir bereits um fünf  Uhr in der Küche und kochen Kaffee bevor es direkt an den Nordstrand geht. In der Nähe von Fernlüttkevitz erwartet uns ein einsamer Sandstrand und unglaublich klares Wasser. Nach den ersten Würfen gibt’s ein Frühstück im Sand. Später geht’s noch in die Nähe von Dranske an einen weiteren Steinstrand mit Steilküste. Nach einem Fischbrötchen und einem kleinen Schläfchen in der Sonne gehts direkt wieder in die Wellen.

Den Abend verbringen wir im Fährhafen von Sassnitz an einer Steilküste. Und hier ist es dann endlich soweit. Die 1000 Würfe scheinen vollbracht. Die erste kleine Meerforelle geht an den Haken.

Auch der zweite Tag beginnt in aller Früh. Diesmal geht’s nach Ralswiek. Über einen Waldweg gelangen wir zu einem kleinen Parkplatz von dem aus wir durch den Wald bis an den Schilfgürtel laufen. Nachdem wir uns durchs Schilf geschlagen haben, stehen wir plötzlich im großen Jasmunder Bodden. Und auch hier kein Fischer weit und breit. Nur wir ganz allein im stillen Wasser und vor uns die Kulisse der Naturbühne Ralswiek. Heute bekämen die Zuschauer nicht Klaus Störtbeker zu sehen, sondern uns.

Zum Ausklang des Tages gehts nochmal in Richtung Dranske an den Strand.

Den letzten Morgen verbringen wir am alten Hafen von Glowe. Bei rauer See und herrlichem Sonnenaufgang kam diesmal im Kampf gegen den Wind die Spinnrute zum Einsatz.

Während meiner kleinen Erkundungstour am Strand stoße ich immer wieder auf Überbleibsel einer Zeit, in der hier noch Boote zu Hause waren. Ein alter Betonsteg, verwitterte Holzpfähle und Treppen, die an Land führen. Und doch kann ich meine Augen kaum vom Boden lösen. Ich halte ständig Ausschau nach Muscheln, Hühnergöttern und Bernstein. Mit Erfolg. Hier schlägt mein Sammlerherz höher.

Vom Fischen – Wie aus mir eine Fischerin wurde

Nie hätte ich gedacht, dass ich mich mal fürs Fischen begeistern könnte. Ich war nie abgeneigt aber auch nicht richtig interessiert. Das mag auch daran liegen, dass ich zu wenig darüber wusste. Dazu brauchte es erst einen Mann an meiner Seite, der mich mit frischem Fisch begeisterte. Das hat schon ein wenig gelockt. Als er dann mit dem Fliegenfischen begann, wurde die Sache noch interessanter. Den Rest tat dann der Besuch der Erlebniswelt Fliegenfischen  Das Highlight für Fliegenfischer in Europa. Dort hat mir das schöne Zubehör die Sache endgültig schmackhaft gemacht.

Mal im Ernst: Ich mag die Kombination beim Angeln. In der Natur sein, oft an Stellen an denen man ganz für sich ist und sich etwas eigenes zum Essen fangen. Ich habe einen gesunden Bezug zu Lebensmittel. Wenn man vom Land kommt, lernt man vieles, dass man selbst anbaut zu schätzen und ißt bewusster. So auch beim Fisch. Mit der eigenen Hand gefangen scheint er viel kostbarer. Besonders wenn einem mal ein Fisch vom Haken entwischt. Da fischt man am Ende nur so viel man essen kann.

Zurück zum Entschluss auch den Fischereischein zu machen. Nachdem dieser gefasst war ging alles ganz schnell. Ich erkundigte mich zu den Konditionen und meldete mich umgehend zum Kurs an. Lehrmaterial und Bücher wurden besorgt und es ging los. Zwei Monate später legte ich an einem Samstagmorgen meine Prüfung ab und hielt die Urkunde in der Hand.

Danach wurde noch der Fischreiausweis im Amt ausgestellt und die Fischereiabgabe geleistet.

Es kann also losgehen.