Vom Einkleiden in Strick und der Suchtgefahr

Ich denke fast jeder der schon einmal Stricknadeln in der Hand hatte, kennt die fatale Gefahr der Sucht wenn man erst einmal begonnen hat. Es gibt immer Phasen in denen bin ich völlig resistent und dann kommt die Idee für ein neues Projekt und wenn dieses begonnen hat, brechen auch schon diverse neue Ideen über mich hinein. So auch kürzlich. Im Freundeskreis gibt es viel Nachwuchs und da schenke ich gern etwas Selbstgemachtes. Momentan kleine Schuhe.


Für das Projekt benötigt man:

  • weiche Wolle in zwei verschiedenen Farben zu je 50g
  • Rundstricknadeln in Stärke 4
  • Stopfnadel, Gabel und Schere

 

Und so geht’s:

  • 40 Maschen mit der ersten Farbe anschlagen und bis auf 5 cm Höhe rechts stricken.
  • Danach von jeder Seite 8 Maschen abketteln.
  • Die restlichen Maschen auf eine Höhe von 9-10 cm stricken.
  • Danach mit der zweiten Farbe auf 12 cm Gesamthöhe aufstocken und anschließend  abketteln.
  • Abschließend werden die kleinen Schuhe vernäht.
  • Optional können kleine Bommeln gefertig werden. Dazu die Wolle der zweiten Farbe um eine Gabel wickeln und die Enden zwischen den Zinken fest verknoten. Danach werden die Enden aufgeschnitten. Bei Bedarf mit der Schere noch die runde Form nacharbeiten.

Während mir beim Stricken klar wurde, dass ich niemals das ganze Knäuel benötige, schmiedete ich den Plan zu einem Schal. Ich verwendete also die Wollreste der Babyschuhe für den Beginn eines riesigen Schals. Nachdem ich dann nahezu täglich im Wollladen um die Ecke Nachschub orderte, entstand dieser wunderbare neue Liebling.


Für das nächste Projekt liegt auch schon Wolle bereit.

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Vom Einkleiden der Weihnachtsgeschenke

Auf dem Kalender klafft eine große 18 – noch 6 Tage bis zum Fest. Was vor ein paar Wochen noch so fern, scheint plötzlich ganz nah. Die ersten Vorbereitungen laufen an und gehen langsam auf Hochtouren über. Der ein oder andere muss noch die Einkaufsliste der Geschenke abarbeiten und dann heißt es verpacken oder verpacken lassen. Für mich ganz klar: verpacken. Wer noch Inspirationen sucht, wird vielleicht fündig.

 

Vom Einkleiden mit alten Schätzen: Flohmarktfunde

Ich zähle nicht zu denjenigen, die jedes Wochenende auf einem Flohmarkt verbringen aber ich würde es schon fast zu meinen Hobbies zählen, das Stöbern auf Trödel- und Antikmärkten. Oft macht es mir sogar am meisten Spaß, wenn es gar nicht so viele tolle Teile gibt. Dann ist die Herausforderung weitaus größer einen wirklichen Schatz zu finden. Folgend möchte ich in kleinen Episoden von einigen meiner Errungenschaften berichten.

Diesen schönen Schatz habe ich auf einem Herbstflohmarkt entdeckt und war direkt begeistert. Alle Steine und Stickereien sind unheimlich gut erhalten. Der Verkäufer nannte den Preis und ich bot die Hälfte. Dann fragte er was ich damit vor hätte: „Wat wolln se denn damit machen, Frau Merkel besuchen, wa?“ Das brachte mich erst recht in Fahrt: „Genau und weil ich da auch noch hinfahren muss, brauche ich noch Geld für ein Ticket.“ Wir wurden uns nicht so richtig einig und ich beschloss ihn zappeln zu lassen. Ein Fehler. Als ich nach 20 Minuten an den Stand zurückkehrte was die Tasche weg. Eine ältere Dame hätte sie wohl erstanden. Traurig zog ich von dannen.

Als ich am Heiligabend eine Pappschachtel öffnete und das Schätzchen darin entdeckte, jauchzte ich vor Glück. So so, meine Mutter ist also eine alte Dame. Heimlich hat sie die Tasche gekauft und ihn zum Lügen angestachelt nachdem ich den Herrn zappeln lassen wollte. Danke Mama!

Als ich nach dem Abitur zum Studium aufgebrochen war, ging ich schnell auf die Suche nach einem Schreibtisch. Viele der neueren und bezahlbaren Optionen erwiesen sich als wacklige Konstruktionen, denen ich nicht zutraute meine schweren Wälzer tragen zu können und waren obendrein noch ordentlich überteuert. Auf einem Flohmarkt fand ich dann ein robustes Stück Holz, dass meiner Bücherscharr Herr werden sollte.

Den passenden Stuhl hatte ich bereits im Jahr zuvor am Straßenrand vor dem Sperrmüll gerettet. Und so fand sich zusammen was zusammen gehörte und wurde zu meinem gemütlichen Arbeitsplatz.


Dieses Bild mag ich besonders. Eine alte Postkarte, die meine tiefe Zuneigung zu meiner Uroma und meine Leidenschaft zu Schafen vereint. Das kleine Mädchen auf der Karte erinnert mich an die Kinderbilder meiner 1913 geborenen Uroma. Ich habe sie als sehr tierlieben Menschen kennengelernt, einer der vielen Charakterzüge, die uns verbunden haben. Und so reiht sich diese Postkarte in die vielen ihrer Bilder an meiner Fotowand ein und es ist, als würde sie dazu gehören.

 

Auf Flohmärkten halte ich oft auch nach alten Büchern Ausschau. Insbesondere nach Exemplaren aus der Tierwelt. Die älteren Werke sind oftmals viel schöner und liebevoller bebildert als es heute der Fall ist. Dieses schöne Werk aus den 60er Jahren beschreibt die Tierwelt von A bis Z. 

Auch nach Schmuck halte ich hin und wieder Ausschau. Die kleinen Stecker mag ich besonders gern.

 

Unser letzter Flohmarktfund. Eigentlich waren wir nur neugierig, welche Platten sich in den Kisten verbargen, doch dann gefielen uns so viele in der Sammlung das wir zuschlugen. Obendrauf gab es noch zwei weiße Keramikschüsseln für einen Euro, denn der Herr am Stand hatte die Nase von seinem Geschirr gestrichen voll und wollte es nicht wieder mit Heim nehmen. An diesem Abend schwärmten wir noch aus um endlich unseren langersehnten Plattenspieler zu kaufen.

Vom Einkleiden mit Gummistiefeln

Bereits in meinem einleitenden Beitrag Wovon ich Euch erzählen möchte! habe ich erwähnt, dass ich zu Hause auf dem Land nicht viele Kleidungsstücke brauche. Während meiner Studienzeit in Berlin ist mir das besonders klar geworden. Wenn ich meine Tasche für das Wochenende auf dem Land gepackt habe, habe ich all die schönen Dinge eingepackt, die mir in Berlin so lieb waren: Kleider, Ketten, Schuhe, Hosen und Shirts in allen Variationen. Auf dem Land angekommen, landete die Tasche in der Ecke und ich in Jeans, Bluse und Gummistiefeln. Am Sonntag wanderte die Tasche dann 2 Tage unbeachtet wieder zurück ins Auto. Irgendwann habe ich dann registriert, dass man diesen ganzen Kram eigentlich nicht braucht.

Gummistiefel allerdings, sind für mich unverzichtbar. So ich könnte, würde ich sie immer tragen. Für mich gibt es nicht besseres und praktischeres. Ich komme aus der Tür schlüpfe hinein, bin gerüstet für einen Tag auf dem Hof, die Arbeit im Garten, den Spaziergang im Regen. Gerade bei der Arbeit machen diese Teile wirklich Sinn. Ob vor Matsch im Garten, Mist im Stall oder kratzenden Disteln auf der Wiese – sie bieten den perfekten Schutz. Selbst an heißen Tagen trage ich sie zu kurzen Hosen, da überwiegt allerdings die Faulheit dem Nutzen. Die Stiefel stehen einfach immer griffbereit vor der Tür. Da riskiere ich schon einmal qualmende Füße. Hin und wieder werde ich gefragt: „Du willst doch jetzt nicht wirklich Gummistiefel anziehen?“

„Doch!“ Und so sieht man mich selbst an heißen Tagen damit über die Felder stiefeln…