Vom Ackern und Gärtnern im Hochbeet

Nachdem ich unter Frustration feststellen musste, dass unser Schattenbalkon nur mäßig zum Gärtnern geeignet ist und die Ausbeute stets kläglich ausfiel, habe ich entschieden das Portfolio auf Erdbeeren und Kräuter zu beschränken. Immerhin das funktioniert. Befriedigend ist das für mein Gärtnerherz allerdings nicht.

So entstand zusammen mit zwei Kolleginnen die Idee auf der Dachterrasse unseres Büros ein Hochbeet anzulegen. Nicht zu groß aber gerade gross genug um für das ein oder andere Mittagessen ein wenig Salat zu ernten. Und groß genug um auch mal ein bisschen in der Erde zu wühlen.

Nach einer kurzen Planungsphase ging alles ganz schnell. Aus dem Keller wurden 5 Paletten geholt und zu einer großen Kiste verschraubt. Dabei zeigen die Unterseiten nach außen um später kleine Kästen daraus zu bauen. Ausgekleidet mit Vlies und Folie ist das Beet dann schon fast fertig. Danach ging’s ans Innere. Am Fluss in der Nähe vom Büro sammelten wir große und kleine Äste und jede Menge Laub. Nachdem unsere Beute geschichtet war, ging’s noch zur Gärtnerei Erde kaufen. Und danach konnten auch schon die ersten vorgezogenen Setzlinge einziehen.

 

Und so ernten wir nun schon in der zweiten Saison Salat, Tomaten, Mangold, Möhren, und Co für unsere Mittagspause.

 

In diesem Jahr haben sich noch weitere Kollegen zu einer kleinen Gärtnergruppe zusammengetan und ein neues Beet gebaut. Das Projekt nimmt Fahrt auf.

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Vom Ackern und Gärtnern in der Stadt

Ich vermisse meinen Garten, besonders den Gemüsegarten! Sehr sogar! So sehr, dass ich klein Balkonien umfunktioniert habe. Während auf den umliegenden Balkonen gähnende Leere herrscht oder winzige Blümchen einen Farbtupfer in die Betonlandschaft setzen sollen, versuche ich mich mit Obst und Gemüse. Allerdings unter erschwerten Bedingungen. Unser Balkon sieht niemals Sonne. Er ist zwar einem hellen Innenhof zugewandt aber es fällt kein direktes Sonnenlicht ein.

Ein Schattenbalkon, der uns vor eine besondere Herausforderung stellt. Ich habe ein wenig recherchiert und mich an meinen Erfahrungen orientiert um ihn zu bepflanzen. Die Auswahl ist ein wenig begrenzt und fiel deshalb auf eine Menge Kräuter und ein wenig Obst und noch weniger Gemüse, welches ich bereits nach Kurzem aufgeben musste.


Kräuter: Das Geländer ist rund um mit Kästen geschmückt, die Minze, Salbei, Basilikum, Thymian, Rosmarin, Majoran und Petersilie beherbergen.Insbesondere Salbei und Petersilie scheint es zu gefallen – sie wachsen üppig vor sich hin. Auch die Minze hat mit dem Schatten kein Problem. Wobei sich die Sorten unterscheiden. Ich hab einen Minztopf aus dem Supermarkt eingepflanzt. Der wuchs anfangs kräftig in die Höhe, verlor dann aber das satte Grün und schaut nun etwas kränklich aus. Die Pfefferminze vom Fluss, die ich während eines Ausflugs gesammelt habe, scheint gesünder und kräftiger. Robust und anspruchslos vermehrt sie sich und wird ihre konventionelle Kollegin aus dem Supermarkt sicher überleben. Der Rest schlägt sich ebenfalls sehr wacker. Nur mit dem Basilikum musste ich schummeln. Es ist schon der zweite Versuch, den ich ebenfalls aus dem Supermarkt in meinen Kasten verfrachtet habe.

Obst: Auch zwei Kästen mit Erdbeeren sind dabei. Während sich im Garten auf dem Land die Erdbeerernte dem Ende zuneigte, fingen unsere am Balkon gerade einmal zu blühen an. Ihnen fehlte definitiv die Sonne. Aber ganz langsam bildeten sich kleine Früchte, die nun beginnen sich in rote Beeren zu verwandeln. Dennoch gilt es im nächsten Jahr mehr Informationen zu den unterschiedlichen Sorten einzuholen. Wichtig ist dabei auf die unterschiedliche Sonnenaffinität der  Wald- und Wiesenerdbeeren zu achten. Im nächsten Jahr greifen wir dann wohl auf Walderdbeeren zurück. Als Sichtschutz zum Nachbarn haben wir uns für einen großen Kübel mit einer Himbeer- und einer Brombeerpflanze entschieden. Und auch Rhabarber zog noch mit in den Kübel. Der Versuch ist gelungen. Der Rhabarber sprießt kräftig und beschert uns im nächsten Jahr sicher die erste Ernte.     [Denn Rhabarber sollte im ersten Jahr nicht geerntet werden. Erst im zweiten Jahr wenn die Staude kräftig genug ist, kann langsam geerntet werden.  Hier gilt: Die Hälfte der Stängel darf geerntet werden, die andere Hälfte bleibt stehen.] Auch die ersten Himbeeren konnten wir bereits in diesem Jahr ernten. Ihnen fehlte es jedoch an Süße. 

Gemüse: Die Auswahl war groß doch der Platz begrenzt. Die Entscheidung viel auf Radieschen und Salat. Während ich die Radieschen direkt in den Kübel pflanzte, zog ich den Salat in einem Minigewächshaus vor. Der Salat schaffte es von dort aus nicht mal in die zweite Runde, den Balkonkasten, sondern flog direkt wieder raus. Und auch die Radieschen boten nach anfänglichem Erfolg schon bald einen kläglichen Anblick! Sie dachten nicht im Traum daran in die Breite zu waschen und schossen stattdessen in die Höhe. So erreichten auch sie nicht das Finale und zogen vorzeitig aus. Im Kasten wachsen nun Blumen. Blumen! Ein gutes Stichwort. Glücklicherweise eignen sich gerade Hortensien, die ich so sehr liebe auch für schattige Plätzchen. Sie sind der farbliche Hingucker auf unserem Balkon.

Im nächsten Jahr klappt es sicher noch besser.

Vom Ackern und Gärtnern im Kräutergarten

Wie unglaublich wertvoll eigene Kräuter sind, merkt man erst wenn man darauf verzichten muss. Zum Beispiel im Winter. Das kommt bei einer schlechten Kräuterernte oder Vergesslichkeit schon mal vor. Dann bleibt im Sommer kein Blatt zum Trocknen oder Einfrieren übrig oder man vergisst in all dem Überfluss an Grün, dass es auch den Winter gibt.


Bereits bei der Planung des neuen Gemüsegartens haben wir an einen Platz für die Kräuter gedacht. Direkt vor einer Granitsteinwand finden sie nun ihren Platz. Dort stehen sie windgeschützt und warm. Das bewährt sich. Bereits im ersten Jahr haben sich Salbei, Thymian, Schnittlauch und Co gewaltig etabliert. Auch Minze, Bohnenkraut und Knoblauchgras wachsen seither üppig.

Und so gelingt es mir nun im Sommer nach und nach einen kleinen Vorrat für den Winter anzulegen. Immer wieder zupfe und schneide ich Blätter und Stöcke. Diese trockne ich oder friere sie ein. Einige einzeln, andere als bunte Mischung. So zum Beispiel eine Mischung verschiedener Kräuter für Kräuterbutter. Ich mag nur selbstgemachte Butter mit Kräutern. In den Gekauften ist irgendetwas – vermutlich ein Geschmacksverstärker – den ich einfach nicht mag. Eine andere Kräutermischung verwenden wir für die Marinade unseres Lammfleischs. Dazu werden verschiedene Kräuter geschnitten, gewogen und anschließend mit dem Mörser zerkleinert. Abschließend wird mit Öl eine Marinade daraus, in die wir unser eigenes Lammfleisch einlegen.

Vom Ackern – Eine Kindheitserinnerung

Beim Durchsehen meiner Fotos bin ich auf Bilder gestoßen, die mich an eine wunderbare Zeit erinnern. Die Erntezeit.

Wenn im späten Juli oder frühen August die Felder gold glänzten und die Luft heiß und trocken wurde, hieß es: Bereit halten für die Getreideernte.

Dann sah man die älteren Herren mit dem Rad durch den Ort fahren. Am Feldrand wurde Halt gemacht und der Bestand ein letztes Mal begutachtet bevor der Mähdrescher aus der Scheune fuhr und sich seinen Weg durch die goldgelben Halme bahnte.
Kurz nachdem die ersten Körner über den Schüttler liefen, stand auch schon eine Schar älterer Männer am Feldrand und begutachtete das Szenario. Nicht zuletzt um zu fragen ob denn noch ein wenig Luft wäre um auch ihr Getreide vom Feld zu holen. Bis es soweit war ließ man sich am Feldrand nieder und schnackte auf Platt. Wenn ich nicht gerade meinen Vater auf dem Traktor, der das Korn abfuhr, begleitete, liebte ich es mich zwischen meinen Opa und die anderen zu mischen und ihren Gesprächen zu lauschen. Da konnte man Geschichten hören, die standen in keinem Kinderbuch.

 

Und da ist noch eine Erinnerung. Das Gefühl mit nackten Beinen im Kornhänger auf und ab zu stapfen. Unbezahlbar!