Vom Fischen mit der Fliege auf Rügen

Mein letzter Besuch auf der Insel Rügen lag viele Jahre zurück. Die Erinnerungen waren verblasst. Am letzten Wochenende wurden sie aufgefrischt. Viel mehr als das: Neu geschrieben. Knapp 3 Tage haben wir auf Deutschlands größer Insel verbracht um mit der Fliege auf Meerforelle zu fischen. Dabei sind wir durch Orte gefahren, die oft nur 3 Häuser und 4 Spitzbuben zählen und an Stränden gelandet, die einsamer kaum sein können.

Willkommen auf Rügen!


Eingemietet haben wir uns in einem kleinen denkmalgeschützen Reetdachhaus in Rappin. Direkt neben der Kirche steht das winzige Häuschen in zweiter Reihe und bietet zwei urgemütliche Wohnungen, in die ich sofort einziehen würde.

Nachdem wir unsere Utensilien verstaut haben machen wir uns direkt auf den Weg an die Küste bei Bisdamitz. Über einen Feldweg fahren wir bis zu zwei Häusern an einer Waldkante hinter der sich das Meer verbirgt. Auf einem kleinen Pfad durch einen Buchenwald gehts bis an den Steinstrand. Hier liegen neben unzähligen kleinen Steinen auch ordentliche Findlinge im Wasser.

Am nächsten Morgen stehen wir bereits um fünf  Uhr in der Küche und kochen Kaffee bevor es direkt an den Nordstrand geht. In der Nähe von Fernlüttkevitz erwartet uns ein einsamer Sandstrand und unglaublich klares Wasser. Nach den ersten Würfen gibt’s ein Frühstück im Sand. Später geht’s noch in die Nähe von Dranske an einen weiteren Steinstrand mit Steilküste. Nach einem Fischbrötchen und einem kleinen Schläfchen in der Sonne gehts direkt wieder in die Wellen.

Den Abend verbringen wir im Fährhafen von Sassnitz an einer Steilküste. Und hier ist es dann endlich soweit. Die 1000 Würfe scheinen vollbracht. Die erste kleine Meerforelle geht an den Haken.

Auch der zweite Tag beginnt in aller Früh. Diesmal geht’s nach Ralswiek. Über einen Waldweg gelangen wir zu einem kleinen Parkplatz von dem aus wir durch den Wald bis an den Schilfgürtel laufen. Nachdem wir uns durchs Schilf geschlagen haben, stehen wir plötzlich im großen Jasmunder Bodden. Und auch hier kein Fischer weit und breit. Nur wir ganz allein im stillen Wasser und vor uns die Kulisse der Naturbühne Ralswiek. Heute bekämen die Zuschauer nicht Klaus Störtbeker zu sehen, sondern uns.

Zum Ausklang des Tages gehts nochmal in Richtung Dranske an den Strand.

Den letzten Morgen verbringen wir am alten Hafen von Glowe. Bei rauer See und herrlichem Sonnenaufgang kam diesmal im Kampf gegen den Wind die Spinnrute zum Einsatz.

Während meiner kleinen Erkundungstour am Strand stoße ich immer wieder auf Überbleibsel einer Zeit, in der hier noch Boote zu Hause waren. Ein alter Betonsteg, verwitterte Holzpfähle und Treppen, die an Land führen. Und doch kann ich meine Augen kaum vom Boden lösen. Ich halte ständig Ausschau nach Muscheln, Hühnergöttern und Bernstein. Mit Erfolg. Hier schlägt mein Sammlerherz höher.

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