Vom Einrichten: Küchenutensilien aus alten Tagen 

Ich mag Dinge die Geschichten erzählen. Gegenstände im Alltag, die mit Erinnerungen verbunden sind. In unserer Küche tummeln sich einige davon. Viele dieser Stücke haben meiner Uroma gehört. Sie war leidenschaftliche Köchin. Viele Jahre hat sie in den 1930ern die Familie eines Berliner Möbelhauses bekocht. Ich mochte ihre Königsberger Klopse am liebsten. Meine Mama kocht sie nach ihrem Rezept. Dieser Geschmack versetzt mich heute noch an den Tisch meiner Uroma zurück. Aber auch die vielen kleinen Gegenstände, die ich in meiner Küche beherberge, erinnern mich im Alltag an sie.


Da wäre das Besteck in Übergröße. Übergröße ist natürlich übertrieben aber wenn ich als Kind bei meiner Oma zum Frühstück das Messer vor mir liegen sah, habe ich mich immer gefragt wie in aller Welt ich mit diesem riesigen Teil die Butter auf mein Brot jonglieren soll. Heute händel ich das ganz passabel und bin jedesmal daran erinnert wie meine Oma mir gegenüber sitzend ihr Schwarzbrot schmiert. Neben den Messern und Gabeln sind auch verschiedene Löffel von ihr. Mit dem einen esse ich besonders gern mein Müsli. Der andere dient zum Vorlegen. Auch ein wenig Kaffeebesteck habe ich von ihr geerbt. Eine Zuckerzange und einen Tortenheber.

 

Eine Kaffeekanne zählt ebenso zu den Erinnerungen an meine Uroma. Ihr fehlt zwar der Deckel aber das macht sie für mich nicht weniger schön. Und vielleicht finde ich irgendwann auf dem Flohmarkt ja den passenden Deckel. Eine kleine Schüssel von Seltman & Weiden ist ebenfalls ein Erbstück. Schüsseln kann man nie genug haben. Besonders nicht in weiß. Damit lässt sich nahezu alles kombinieren. So halte ich es bis auf wenige Ausnahmen mit all meinem Geschirr. Zu meinen schon vorhandenen Schüsseln gesellen sich immer mal wieder neue dazu. Mal aus einem Geschäft, mal vom Flohmarkt. Da wechselt für 50 Cent eine Keramikschüssel den Besitzer und erinnert später an einen tollen Tag auf dem Trödelmarkt.

Zu den etwas jüngeren Schätzen zählt eine kleine elektrische Mühle meiner Tante. Die wir als Kaffeemühle nutzen. In der Not macht sie aber auch aus Zucker feinsten Puderzucker oder verwandelt Mandeln zu Mehl.


Und so erinnern mich Küchenutensilien nicht an Gerichte oder einen schnellen Kauf in der Messer-, Topf- oder Keramikabteilung eines gut sortierten Warenhauses, sondern an liebe Menschen oder den ein oder anderen Tag auf dem Flohmarkt.

Ein Kommentar Gib deinen ab

  1. ad-reinelt@t-online.de sagt:

    liebe Franzi, das ist mal wieder ein sehr schöner Beitrag! Liest sich immer wieder gut…

    ach und das Rezept von den Königsberger Klopsen gespickt mit Fotos von dir wär doch einen nächsten Blogbeitrag wert. ☺👌

    LG vom verschneiten Bullenberg Daniela

    Liken

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