Vom lieben Vieh in meiner Kindheit

Seit ich denken kann verbrachten wir, bevor wir selbst auf einen Hof zogen, nahezu jedes Wochenende auf dem Hof meiner Großeltern. So bin ich groß geworden – zwischen Landmaschinen und Tieren.

Und davon möchte ich heute erzählen:


Die meiste Zeit dort verbrachte ich im Stall. Half meinem Opa beim Füttern und meiner Oma beim Eier sammeln. Zwischen Kühen, Schweinen und Co hielt ich mich schon immer gern auf.

Ich erinnere mich an Kühe, die damals noch angebunden in unserem Stall standen. Ich sehe sie genau vor mir. Ich stehe auf dem Futtertisch, im Trog das Gras, links und rechts die Tränkebecken, dazwischen je eine Kuh. Wenn sie säuft, hört man beim Frühstück in der Küche meiner Großeltern das Wasser durch die Leitung rauschen.

Auch ein Schwein gab es immer im Stall. Das war dank Opa immer sehr zahm und ließ sich fröhlich grunzend streicheln. Besonders es zu füttern machte großen Spaß, denn es bekam eine Pampe aus Schrott, Wasser und gedämpften Kartoffeln. Da hat sich dann auf dem Weg in den Kumm auch mal eine Kartoffel in meinen Mund verirrt. Köstlich- Kartoffeln aus dem Dämpfer. Geschmak und Geruch sind heute noch abrufbar.

Nachdem die Kühe ausgezogen waren, zogen Pferde ein. Mein Onkel, der Cowboy, hatte zwei an der Zahl. Hinzu kamen hin und wieder Pensionspferde. Als ich in der Grundschule war kam ein Pony dazu. In den Ferien blieb ich oft bei meinen Großeltern. Dann stand ich um sechs Uhr in der Früh mit meinem Opa auf und es ging direkt in den Stall. Raus mit den Tieren, füttern und nach dem Rechten sehen. Danach erst gab es Frühstück für uns. Das mache ich noch heute so. Erst die Tiere versorgen, dann kommen wir.

Ich erinnere mich auch an Kaninchen. Die tragende Häsin war ein Geburtstagsgeschenk. Das Resultat 7 kleine Hasenkinder, die leider nicht lange lebten. Als ich nach dem Sommerurlaub mit meinem Matrosenkleidchen in den Stall rannte, traute ich meinen Augen nicht. Die Box war leer. Myxomatose hatte sich ausgebreitet und so mussten alle Hasen den Stall verlassen.

Nachdem wir auf den Hof nebenan gezogen waren, konnte auch endlich ein Hund einziehen. Meine beste Freundin hatte da was ganz tolles für mich. Ihre bezaubernde Irish Setter Hündin hatte Nachwuchs. Wann immer wir die Gelegenheit hatten spielten wir mit den kleinen braunen Welpen, die gar nicht wussten wie ihnen geschah. Ständig drückten und zogen wir an ihnen herum. Schnell wurde klar, das bald einer davon zu uns ziehen würde. Davon werde ich bei Gelegenheit auch noch berichten.


Sicher gibt es viele Kinder vom Land, die später genau das nicht wollen. Weg aus dem Dorf, rein in die Stadt am besten in die anonyme Großstadt mit unbegrenzten Möglichkeiten. Mich hat das Leben auf dem Land dagegen so positiv geprägt, dass ich mir nicht vorstellen kann meinen Kindern diese unglaubliche schöne Zeit zu verwehren. Während meine Freundinnen aus dem Kindergarten und der Grundschule an ihren Geburtstagen zu MC Donalds einluden, schmückten meine Eltern einen Hänger voll Stroh, Sonnenblumen und Luftballons. So fuhren sie mit uns über die Felder. Ein großartiger Spaß.

Es sind die kleinen einfachen Dinge, die es so besonders machen. Ich freue mich schon meine Kinder und ihre Freunde übers Feld zu fahren.

Danke für diese unbeschwerte Kindheit voller Liebe und vielen Tieren. 

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