Vom Ackern und Gärtnern in der Stadt

Ich vermisse meinen Garten, besonders den Gemüsegarten! Sehr sogar! So sehr, dass ich klein Balkonien umfunktioniert habe. Während auf den umliegenden Balkonen gähnende Leere herrscht oder winzige Blümchen einen Farbtupfer in die Betonlandschaft setzen sollen, versuche ich mich mit Obst und Gemüse. Allerdings unter erschwerten Bedingungen. Unser Balkon sieht niemals Sonne. Er ist zwar einem hellen Innenhof zugewandt aber es fällt kein direktes Sonnenlicht ein.

Ein Schattenbalkon, der uns vor eine besondere Herausforderung stellt. Ich habe ein wenig recherchiert und mich an meinen Erfahrungen orientiert um ihn zu bepflanzen. Die Auswahl ist ein wenig begrenzt und fiel deshalb auf eine Menge Kräuter und ein wenig Obst und noch weniger Gemüse, welches ich bereits nach Kurzem aufgeben musste.


Kräuter: Das Geländer ist rund um mit Kästen geschmückt, die Minze, Salbei, Basilikum, Thymian, Rosmarin, Majoran und Petersilie beherbergen.Insbesondere Salbei und Petersilie scheint es zu gefallen – sie wachsen üppig vor sich hin. Auch die Minze hat mit dem Schatten kein Problem. Wobei sich die Sorten unterscheiden. Ich hab einen Minztopf aus dem Supermarkt eingepflanzt. Der wuchs anfangs kräftig in die Höhe, verlor dann aber das satte Grün und schaut nun etwas kränklich aus. Die Pfefferminze vom Fluss, die ich während eines Ausflugs gesammelt habe, scheint gesünder und kräftiger. Robust und anspruchslos vermehrt sie sich und wird ihre konventionelle Kollegin aus dem Supermarkt sicher überleben. Der Rest schlägt sich ebenfalls sehr wacker. Nur mit dem Basilikum musste ich schummeln. Es ist schon der zweite Versuch, den ich ebenfalls aus dem Supermarkt in meinen Kasten verfrachtet habe.

Obst: Auch zwei Kästen mit Erdbeeren sind dabei. Während sich im Garten auf dem Land die Erdbeerernte dem Ende zuneigte, fingen unsere am Balkon gerade einmal zu blühen an. Ihnen fehlte definitiv die Sonne. Aber ganz langsam bildeten sich kleine Früchte, die nun beginnen sich in rote Beeren zu verwandeln. Dennoch gilt es im nächsten Jahr mehr Informationen zu den unterschiedlichen Sorten einzuholen. Wichtig ist dabei auf die unterschiedliche Sonnenaffinität der  Wald- und Wiesenerdbeeren zu achten. Im nächsten Jahr greifen wir dann wohl auf Walderdbeeren zurück. Als Sichtschutz zum Nachbarn haben wir uns für einen großen Kübel mit einer Himbeer- und einer Brombeerpflanze entschieden. Und auch Rhabarber zog noch mit in den Kübel. Der Versuch ist gelungen. Der Rhabarber sprießt kräftig und beschert uns im nächsten Jahr sicher die erste Ernte.     [Denn Rhabarber sollte im ersten Jahr nicht geerntet werden. Erst im zweiten Jahr wenn die Staude kräftig genug ist, kann langsam geerntet werden.  Hier gilt: Die Hälfte der Stängel darf geerntet werden, die andere Hälfte bleibt stehen.] Auch die ersten Himbeeren konnten wir bereits in diesem Jahr ernten. Ihnen fehlte es jedoch an Süße. 

Gemüse: Die Auswahl war groß doch der Platz begrenzt. Die Entscheidung viel auf Radieschen und Salat. Während ich die Radieschen direkt in den Kübel pflanzte, zog ich den Salat in einem Minigewächshaus vor. Der Salat schaffte es von dort aus nicht mal in die zweite Runde, den Balkonkasten, sondern flog direkt wieder raus. Und auch die Radieschen boten nach anfänglichem Erfolg schon bald einen kläglichen Anblick! Sie dachten nicht im Traum daran in die Breite zu waschen und schossen stattdessen in die Höhe. So erreichten auch sie nicht das Finale und zogen vorzeitig aus. Im Kasten wachsen nun Blumen. Blumen! Ein gutes Stichwort. Glücklicherweise eignen sich gerade Hortensien, die ich so sehr liebe auch für schattige Plätzchen. Sie sind der farbliche Hingucker auf unserem Balkon.

Im nächsten Jahr klappt es sicher noch besser.

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