Vom schlichten Kochen im Herbst

Wenn die Abende beginnen länger zu werden und es draußen wieder kälter wird, ist es an der Zeit all die Schätze, die während des Sommers im Garten gewachsen sind zu ernten. Denn dann bleibt wieder Zeit ausgiebiger zu kochen, Vorräte anzulegen und Neues zu probieren.

Herbstzeit ist Erntezeit.

Auch wenn ich in diesem Jahr nicht so viel Zeit dafür hatte, möchte ich euch erzählen was auf dem Hof geerntet wurde.

Als Kind von mir gehasst und nun heiß geliebt, bauen wir auch Kürbisse im Garten an. Meine frühere Abneigung rührt wohl wie bei so vielen Kindern, von den säuerlich eingelegten Kürbisspalten, die man bei Oma und Opa serviert bekam. Heute, selbst zubereitet, schmeckt er mir besonders gebacken auf einem Blech oder gefüllt mit Hack und Feta und als Suppe. Aber auch mit Pasta gibt Kürbis eine gute Figur ab.

Featured image

Auf unserem Hof stehen vier alte Pflaumenbäume, die uns seit Jahren viele schöne Pflaumen schenken. Daran haben nicht nur wir Freude, auch unsere Schafe finden sie ganz schmackhaft. Wenn im Herbst am Morgen die Stalltür aufgeht, schießen sie wie kleine Raketen unter die Pflaumenbäume und schlagen sich den Bauch voll. Wir hingegen verzehren nur wenige der Pflaumen sofort. Sie wandern entweder entsteint auf einen Hefeteig oder in die Gefriertruhe. So lassen sie sich bei Bedarf nach kurzem Antauen auch im Winter oder Frühjahr zum Backen verwenden. Einen Teil der Pflaumen verarbeiten wir zu einer Marmelade. Mit Zimt verfeinert, ein ganz besonderer Genuss.

Pastinaken und Rote Beete habe ich viele Jahre wenig beachtet. Seit zwei Jahren ziehe ich die Pflänzchen selbst aus Sämereien und setzte sie später in meinen Garten. Leider haben in diesem Jahr auch die Mäuse ihren Gefallen an den Knollen gefunden, sodass die Ernte stark beeinträchtigt war. Ich empfehle beides nach Bedarf zu ernten. Wer einen Erdkeller hat kann diesen natürlich zur Einlagerung nutzen. Rote Beete lässt sich aber auch gut einfrieren. Beides zusammen kombiniert mit Kürbis, Staudensellerie und Tomaten auf einem Blech gebacken, ergibt eine tolle Mahlzeit. Rote Beete-Pommes mit Salz und Pfeffer schmecken übrigens auch prima.

Auch Kohl bauen wir seit ein paar Jahren selbst an. Wenngleich insbesondere die Zubereitung von Rotkohl viel Arbeit kostet, wird man durch den Geschmack belohnt. Bisher haben wir immer nur wenige Köpfe angepflanzt und diese dann im Herbst und Winter verputzt. Wir tragen uns jedoch mit dem Gedanken, diesen auch zu bevorraten und so über das ganze Jahr verfügbar zu haben. Das Rotkraut essen wir klassisch zu Ente oder anderen Bratenstücken. Gekocht und hinterher verfeinert mit ausgelassenem Speck, Zwiebeln und einem Löffel Schmalz. Wirsing richten wir in verschiedenen Versionen an. Ob als Wirsing-Hack-Quiche oder in der Pfanne geschmort als Beilage, Wirsing ist ein tolles Wintergemüse.

IMG_5798


Vor unserem Haus steht ein großer alter Apfelbaum. Lange haben wir davon nur wenige Äpfel zum Kuchen backen und Apfelmus kochen verwendet und einige zum Verzehr eingelagert. Der Rest blieb auf dem Feld und sorgte unter den Wildtieren der Nachbarschaft für Entzücken. Irgendwann waren mir all die Äpfel aber zu schade und ich sammelte Kiepe um Kiepe und wir fuhren die Äpfel zum Mosten. Eine feine Sache. Die abgelieferten Kilos werden verrechnet und man erhält Gutschriften für Saftstiegen, die man einlösen kann wann es einem passt. Leider bekommt man dann aber nicht seinen eigenen Apfelsaft, was ich eigentlich schade finde. Es gibt aber eine Reihe von Mostereien, bei denen man auch den Saft der eigenen Äpfel bekommt. Aus dem Saft kochen wir auch gern ein paar Gläser Apfelgelee. Eine ziemlich süße Angelegenheit. Mit Ziegenkäse auf Brot allerdings etwas ganz besonderes. Im letzen Jahr habe ich erstmals zwei Kisten der Sorte Boskop (mein persönlicher Favorit unter den Äpfeln) eingelagert. Dazu habe ich jeden der Äpfel mit einem trockenen Tuch abgerieben und anschließend in Zeitungspapier gewickelt. Mit dem Ergebnis war ich durchaus zufrieden. Allerdings hat mich der Gedanke an die Druckerschwärze davon abgehalten es in diesem Jahr zu wiederholen. Auch hier eignet sich ein Erdkeller wohl am besten zur Lagerung.

Mein Fazit: Irgendwann buddel ich ein tiefes Loch und mache daraus einen Erdkeller.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s