Vom Fotografieren im Frühling

Wenn sich endlich das erste Grün zwischen all dem Braun und Beige zeigt. Wenn endlich wieder die ersten Vögel fröhlich ihre Liedchen zwitschern. Wenn endlich wieder die Sonne die Nasenspitze kitzelt während wir im Gras liegen. Dann ist er da. Der Frühling.

Eine Fotoreihe.


 

 

 

 

 

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Vom Fischen bei Nacht

Mit dem ersten Wimpernschlag am Morgen traue ich meinen Augen kaum. Da sind sie. Die Seeandler. Ein Pärchen. Kaum zu glauben. Was ich am Vorabend für eine Angeberei hielt, geht am Morgen danach in Erfüllung.


Ein Abend im August. Wir fahren mit dem Boot raus auf die Oder und suchen nach einem Platz für die Nacht. Nachtangeln lockt mich eigentlich nicht. Im Freien zu schlafen und am Morgen mit Blick übers Wasser wach zu werden hingegen schon. Und besonders das Versprechen unseres Begleiters. „Morgen, wenn Du wach wirst werden sie da sein, die Seeadler. „

Während die Männer sich vergeblich die Nacht in der Hoffnung auf den großen Fang um die Ohren schlagen, genieße ich die Nacht in meinem Campingstuhl. Wobei die Mücken um mich herum wohl mehr genießen als ich. Und so schlafe ich erst am frühen Morgen als es längst wieder beginnt hell zu werden so richtig fest ein. Als ich plötzlich mit den Worten „Aufstehen, sie sind da“ geweckt werde.

 

Kaum zu glauben aber da segeln sie direkt vor meinen Augen durch die Luft. Ziehen ihre Kreise über der Waldkante als plötzlich noch ein weiteres Paar aus der Ferne dazukommt. Wie oft habe ich damals während meines Studienpraktikums im Nationalpark nach ihnen Ausschau gehalten und nie Glück gehabt. Und jetzt erfüllt sich der Traum gleich doppelt. Über mir im Segelflug 4 Seeadler!

 

 

Vom Über-Landstreichen auf der Peene

Im letzten Sommer zog es uns nach Mecklenburg-Vorpommern. Genauer gesagt an den Kummerower See. Unser Ziel: Per Kanu auf der Peene in 4 Tagen von Verchen bis in die Hansestadt Anklam. Vor uns lagen 74 km flussabwärts durch den Naturpark Flusslandschaft Peenetal.

Mit einem Zelt und einer Verpflegungstonne starteten wir, die angekündigte Artenvielfalt der Tier- und Pflanzenwelt zu erkunden. Anfänglich ein wenig amüsiert von der Bewerbung als Amazonas-Tour, zog uns die kaum berührte und ziemlich wilde Landschaft schnell in ihren Bann. Oft ließen sich die Orte nur von weitem an den aus dem Grün blitzenden Dächern oder einem Hinweisschild am Ufer erahnen. Gesäumt von vielen Moor- und Bruchlandschaften paddelten wir in absoluter Stille und nahezu in Einsamkeit Richtung Ostsee. Vorbei an Eisvogel und Ricke, grasenden Rinderherden, vielen Biberburgen, unzähligen Schwänen und Fischreihern.

Die lauen Nächte verbrachten wir auf kleinen Zelt – oder Wasserwanderrastplätzen. Gespeist wurde direkt vom Feuer oder dem Gaskocher. Am Morgen ging es nach einem kurzen Frühstück immer früh aufs Wasser. Dann war die Wasseroberfläche noch ganz ruhig und auch am Ufer schien die Natur erst zu erwachen. So stand eines Morgens auch eine Bache mit ihren Frischlingen vor uns während wir lautlos mit dem Kanu an ihnen vorüberglitten. Bei fast 35 Grad gönnten wir uns mittags oft eine Pause zum Schwimmen oder Schlafen, bevor es wieder an die Paddel ging. Ehe wir uns versahen, lagen 74 km hinter uns. Ob nun Amazonas des Nordens oder nicht – es braucht nicht viel um der Zivilisation zu entfliehen, Neues zu entdecken und Abenteurer zu sein. Ob auf Wasserwegen oder an Land, Mecklenburg ist eine Reise wert!

Vom Über-Landstreichen: Im Zirkuswagen

3 Tage raus. 3 Tage verkriechen vor dem Alltag. 3 Tage in einem Zirkuswagen im Chiemgau. Im Nacken ein kleines Wäldchen, vor dem Wagen eine Wiese mit Eseln und Schafen. Draußen kühl, nebelig und regnerisch.

Eigentlich wollten wir wandern, Rad fahren und die Gegend erkunden. Doch dann war es im Zirkuswagen so unglaublich gemütlich. Und so bleiben wir vor dem Feuer sitzen.

 

 

Vom Ackern und Gärtnern im Hochbeet

Nachdem ich unter Frustration feststellen musste, dass unser Schattenbalkon nur mäßig zum Gärtnern geeignet ist und die Ausbeute stets kläglich ausfiel, habe ich entschieden das Portfolio auf Erdbeeren und Kräuter zu beschränken. Immerhin das funktioniert. Befriedigend ist das für mein Gärtnerherz allerdings nicht.

So entstand zusammen mit zwei Kolleginnen die Idee auf der Dachterrasse unseres Büros ein Hochbeet anzulegen. Nicht zu groß aber gerade gross genug um für das ein oder andere Mittagessen ein wenig Salat zu ernten. Und groß genug um auch mal ein bisschen in der Erde zu wühlen.

Nach einer kurzen Planungsphase ging alles ganz schnell. Aus dem Keller wurden 5 Paletten geholt und zu einer großen Kiste verschraubt. Dabei zeigen die Unterseiten nach außen um später kleine Kästen daraus zu bauen. Ausgekleidet mit Vlies und Folie ist das Beet dann schon fast fertig. Danach ging’s ans Innere. Am Fluss in der Nähe vom Büro sammelten wir große und kleine Äste und jede Menge Laub. Nachdem unsere Beute geschichtet war, ging’s noch zur Gärtnerei Erde kaufen. Und danach konnten auch schon die ersten vorgezogenen Setzlinge einziehen.

 

Und so ernten wir nun schon in der zweiten Saison Salat, Tomaten, Mangold, Möhren, und Co für unsere Mittagspause.

 

In diesem Jahr haben sich noch weitere Kollegen zu einer kleinen Gärtnergruppe zusammengetan und ein neues Beet gebaut. Das Projekt nimmt Fahrt auf.

Vom lieben Vieh: Unser Flaschenlamm

So ein kleines Lamm ist ein Wunder. Wie jedes Neugeborene umgibt es ein Zauber. Das Wunder wird noch größer wenn das Schaf gleich 3 Lämmer zur Welt bringt. Das kann ein Schaf durchaus meistern aber in diesem Fall hat die Gute nicht begriffen dass Nummer 3 auch noch zu ihr gehört. Und so stand der kleine Kerl ohne Mutter im Stall. Wanderte von Schaf zu Schaf, von Euter zu Euter um sich einen kräftigen Stoß verpassen zu lassen mit dem man ihm zu verstehen gab: Hier wird schon ein anderes Lamm gesäugt. Such Dir was neues.

Und dann kommt der Mensch ins Spiel. Ab zum Landhändler – Milchpulver holen. Wenn die Flasche startklar ist beginnt die eigentliche Herausforderung. Denn ganz so leicht macht es einem so ein Lämmchen nicht.

1,5 Liter am Tag und auf die Temperatur kommt es an. Sie sollte ziemlich genau 38 Grad betragen. 1 – 2 Grad machen schon einen großen Unterschied und der Durchfall ist vorprogrammiert. Auch die Körpertemperatur spielt eine entscheidende Rolle. Ist das Lamm zu kalt trinkt es nicht. Dann muss es ordentlich gerubbelt werden, dass es warm wird und damit steigt auch die Trinkbereitschaft. Sind die ersten Tage überstanden – gehts bergauf. Unser Tutchje, so hat meine Mama den kleinen Frechdachs getauft, hat sich prächtig entwickelt.

Wenn er hungrig ist ruft er schon von Weitem nach uns wenn wir uns der Koppel oder dem Stall nähern. Dann springt er einem schon gegen das  Knie oder butzt mit dem Kopf dagegen um die Milchausschüttung anzuregen. Wenn er nur wüsste das da kein Oxitocin gebildet, sondern lediglich der Arm abgeknickt werden muss.